Andreas Dolatas Such(t)-Seite

Wie entsteht eine Sucht?

Die Frage nach der Entstehung und dem Verlauf einer Sucht ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich lassen sich vier Bereiche beobachten, die unmittelbaren Einfluss bei der Entstehung einer Sucht haben:


  • der Mensch
  • das Milieu
    • labile, anfällige Persönlichkeit,
    • geerbte Suchtveranlagung (z.B. bei Alkoholkrankheit),
    • frühkindliches Milieu,
    • sexuelle Entwicklung,
    • aktuelle Stresssituation,
    • Erwartungshaltung gegenüber sich, anderen und der Substanz oder dem Verhalten,
    • Gewöhnung (Toleranz) gegenüber der Substanz oder dem Verhalten,
    • individuelle Reaktion;
    • Konsumgewohnheiten
    • familiäre Situation,
    • Beruf,
    • Wirtschaftslage,
    • sozialer Status und Mobilität,
    • Gesetzgebung,
    • Religion
  • der Markt
  • das Objekt der Begierde oder Abhängigkeit
    • Verfügbarkeit,
    • Einstellung zum Konsummittel/-verhalten,
    • Einflüsse von Werbung und Mode
    Die Bereiche
    • Abhängigkeitspotential (seelisch wie körperlich)
    • Gesundheitsgefährdende Wirkung
    • unerwünschte Nebenwirkungen
    sind in Hinblick auf
    • Menge/Dosis,
    • Zeitraum und
    • Art des Konsums
    auf folgende Gesellschaftsgruppen anzuwenden:
    • verschiedenen Altersgruppen (z.B. Kinder, Jugendliche, Erwachsene) und
    • Risikogruppen (z.B. Menschen mit bestimmten Krankheiten (z.B. Diabetis, Epilepsie, Psychosen)
      Vier Bereiche, die bei der Entwicklung einer Sucht zu berücksichtigen sind.

    Bei dieser Betrachtungsweise lässt sich das extrem verflochtene Bedingungsgefüge der einzelnen Faktoren erahnen, die mit- und untereinander in Wechselwirkung stehen, sich gegenseitig bedingen und untereinander (un)mittelbar beeinflussen.
    So wird zum Einen deutlich, wie sehr z.B. Politik, Wirtschaft und Erziehung einen bedeutenden Anteil an den heutigen Suchtproblematiken haben, zum Anderen kommt der Kultur einer Gesellschaft wie auch den in ihr lebenden Individuen eine besondere Bedeutung zu.

    Um einen genaueren Blick auf den Prozess der Suchtenwicklung zu werfen, kann es helfen, sich zwei Modelle anzuschauen, die sich mit dem innerpersönlichen Geschehen bei der Entstehung einer Sucht beschäftigen.



    Das AGS-Modell

    Beim AGS-Modell geht man davon aus, dass eine Person über kurzfristige Erfolge lernt, mit bestimmten Verhaltensweisen (Handlungen oder Konsum) Auseinandersetzungen, Problemsituationen und Krisen aus dem Wege zu gehen. In der Folgezeit kann sich die Person an dieses Ausweichende Verhalten gewöhnen um dann schließlich zunehmend vor den Anforderungen zu fliehen und das Heil in der Sucht zu suchen.
    Dabei ist von großer Bedeutung, dass einer Sucht die Stadien des Ausweichenden Verhaltens und der Gewöhnung vorausgehen.
    Es wird jedoch keine zwingende Entwicklung in Richtung Sucht vorausgesetzt. Vielmehr handelt es sich um ein dynamisches Entstehungs-Modell, welches in umgekehrter Reihenfolge (Sucht --> Ausweichen) auch einen möglichen Weg aus einer Sucht aufzuzeigen versucht.



    Das Tank-Modell

    Das Tank-Modell beleuchtet mehr die seelisch-psychischen Zusammenhänge und die Relationen verschiedener Verhaltensweisen und Gefühle.
    So werden viele Tankstellen, die uns mit guten Gefühlen versorgen, zu Gunsten einiger weniger Tankstellen nach und nach geopfert und aufgegeben. So bleiben z.B. von 6 Hobbies und zusätzlichen 8 Freizeitaktivitäten letztlich nur noch 3 übrig. Auch die Anzahl der guten Gefühle reduziert sich auf einige wenige. Durch den Mangel an guten Gefühlen (unseren Treibstoff) sehen wir uns nun gezwungen, die verbliebenen Tankstellen mit immer mehr "Durst" anzulaufen.
    Unsere verbleibenden Tankstellen sind zunehmend überlastet und können uns nur noch mit wenigen gute Gefühlewn versorgen.
    Die letzten guten Gefühle werden durch immer mehr negative Gefühle übertönt und unsere Stimmung versinkt nahezu dauerhaft "im Keller".



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